WOWAP Titel

Formen der Verstümmelung

Die Klitoris ist die äußere Spitze der Vagina und verursacht bei Berührung angenehme Gefühle.

  1. Clitorectomy: involves cutting the skin surrounding the clitoris with or without cutting part or all of the clitoris itself.
  2. Excision: removal of the entire clitoris and part or all of the lips on the outside of the vagina.
  3. Infibulation: the most radical form. Removes the entire clitoris and some or all of the lips. The two sides of the vulva are stiched together to leave only a small opening to allow passage of urine and menstrual blood.
Quelle: FEMINA, August-October 2002, No. 29 ISSN 08566267

Verstümmelung weiblicher Genitalien

Sprache: Kiswahili Broschüre über FGM von WOWAP (2002) [PDF, 5.2 MB]

Die Verstümmelung weiblicher Genitalien (english: Female Genital Mutilation, FGM) ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung. Vor allem in 28 afrikanischen Ländern, aber auch im mittleren Osten, Asien und selbst in Europa wird dieses grausame Ritual, bei dem die Klitoris und die Labien (oder Teile davon) entfernt werden, noch immer praktiziert. Trotz Verboten in einigen betroffenen Ländern wird besonders in ländlichen Gegenden die Tradition der "Beschneidung" fortgesetzt.

Verstümmelung ≠ Beschneidung

Häufig wird die Verstümmelung weiblicher Genitalien auch als "Beschneidung" bezeichnet. Dieser Begriff, der von betroffenen Mädchen und Frauen eher akzeptiert wird als die martialisch anklingende "Verstümmelung", führt allerdings auch zu dem Irrglauben, es handle sich dabei um das weibliche Pendant zur männlichen Beschneidung. Die am häufigstens durchgeführte Form der Verstümmelung ist aber eher mit der teilweisen oder gänzlichen Entfernung der Eichel oder sogar des Penis gleichzusetzen. Diese "Beschneidung" erfüllt nach europäischem Recht den Tatbestand der Körperverletzung.
Die durch die Verstümmelung verursachten körperlichen, psychischen und sexuellen Schäden reichen tief in das Leben der betroffenen Frauen und beeinträchtigen in hohen Maße die Lebensqualität, wenn sie nicht gar zum Tod führen.

Was geschieht bei der Verstümmelung?

Die "Beschneidung" wird meist von Frauen, den Beschneiderinnen, seltener von Männern durchgeführt. Diese haben in der Regel kaum fundierte anatomischen Kenntnisse und verfügen über keine medizinische Ausbildung. Als Werkzeuge kommen Messer, Rasierklingen, Scherben oder sogar Fingernägel zum Einsatz. Eine Narkose gibt es meistens nicht. Mit Asche, kaltem Wasser oder Kräuterpressen wird versucht, die auftretenden starken Blutungen abzuschwächen. Insgesamt wird die Verstümmelung meist unter äußerst unhygienischen Bedingungen durchgeführt.
Die Verstümmelung läßt sich in drei Arten unterteilen:

Ursachen

Was kann man tun?

FGM: Lernen mit Tanz und Gesang
Mit Tanz und Gesang soll die FGM-Problematik bereits Schülern vermittelt werden.

Das wichtigste Ziel ist: Aufklärung. Die Aufklärungsarbeit von Organisationen wie WOWAP in Schulen und Dörfern, bei der schon Kinder und Jugendliche informiert werden, ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Verstümmelung. Sie hat aber auch dazu geführt, dass das Alter, in dem Mädchen beschnitten werden, immer weiter sinkt. Um die Verstümmelung ernsthaft zu bekämpfen, muss ein neues Bewusstsein geschaffen werden. Nicht-Beschnittene dürfen nicht mehr sozial ausgegrenzt werden. Fehlvorstellungen, wie die Berufung auf den Islam, müssen erkannt und beseitigt werden. Die Aufklärung muss von den Kindern zu den Lehrern und Eltern getragen werden.
Dies erfordert dauerhaftes Engagement, welches in den betroffenen Regionen ohne Hilfe unmöglich ist. Große Organisationen, wie UNICEF oder TERRE DES FEMMES, leisten den größten Beitrag zum Kampf gegen die Verstümmelung, indem sie die Problematik in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Sie haben bereits an der Errichtung von Verboten mitgewirkt und leisten, besonders in Kriesengebieten, Aufklärungsarbeit.
Damit diese Erfolge aber Bestand haben, ist das ständige Wirken lokaler Organisationen unerlässlich. Ohne ihr Engagement für die Durchsetzung der Verbote und ein Umdenken der betroffenen Personen ist ein erfolgreicher Kampf gegen die Verstümmelung nicht denkbar. Lokale Organisationen wie WOWAP klären bereits Schüler auf, indem sie z.B. Feiern veranstalten, auf denen mit Tanz, Gesang und Theaterspielen versucht wird spielerisch die Problematik näherzubringen. Der Erfolg dieser Organisationen hängt von der Dauer ihres Engagements ab.

Was kann ICH tun?

Jeder kann helfen! Ebenso wichtig wie die Unterstützung der großen Organisationen ist die Unterstützung von lokal engagierten NGOs (english: non-governmental organisation, deutsch: nichtstaatliche Organisation). Diese sichern und ermöglichen den Erfolg des Kampfes vor Ort. Oftmals aber fehlt es an grundlegenden Mitteln, es fehlen sogar Autos, um in die betroffenen Regionen vorzudringen.
Es sind viele Wege denkbar, auf denen auch Sie helfen können:

themenrelevante Links

Quellen


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letzte Änderung: 19.01.2012 | webmaster | PDF-Version  Druckversion